Zürich blickt auf eine mehrtausendjährige Siedlungsgeschichte zurück. Bereits in der Römerzeit bestand mit «Turicum» eine befestigte Zollstation am Ausfluss der Limmat aus dem Zürichsee. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Handels- und Kirchenzentrum; das Grossmünster und das Fraumünster prägen das Stadtbild bis heute. Die mittelalterliche Stadtstruktur entlang der Limmat ist in grossen Teilen noch ablesbar.
Im 19. Jahrhundert erlebte Zürich im Zuge der Industrialisierung ein starkes Wachstum. Die Eingemeindung von 1893 verleibte der Stadt zahlreiche umliegende Gemeinden ein und führte zu einer rasanten baulichen Ausdehnung. Gründerzeitliche Quartiere wie Aussersihl, Wiedikon und Unterstrass entstanden mit charakteristischen Mehrfamilienhäusern im Historismus- und Jugendstilstil. Der Hauptbahnhof und die aufkommende Industrie im Kreis 5 prägten diese Epoche baulich besonders stark.
Das 20. Jahrhundert brachte Zürich sowohl Siedlungsbauten der Zwischenkriegsmoderne als auch Hochhäuser der Nachkriegszeit. Die Architekten des Neuen Bauens hinterliessen in Genossenschaftssiedlungen und öffentlichen Bauten deutliche Spuren. In den Jahrzehnten nach 1950 entstanden erste Hochhäuser sowie umfangreiche Infrastrukturbauten; gleichzeitig wurden historische Quartiere durch Sanierungswellen beeinflusst.
Seit den 1990er-Jahren verzeichnet Zürich eine intensive Transformationsphase ehemaliger Industrie- und Bahnareale. Stadtentwicklungsprojekte in Zürich-West und im Bereich Hardbrücke haben brachliegende Flächen in urbane Wohn- und Arbeitsquartiere verwandelt. Zeitgenössische Architektur aus verschiedenen renommierten Büros prägt diese neueren Stadtteile, die heute als Beispiele erfolgreicher Stadtentwicklung gelten.