Bern wurde 1191 durch Herzog Berchtold V. von Zähringen gegründet und entwickelte sich rasch zu einer bedeutenden Stadtrepublik. Das mittelalterliche Stadtbild ist bis heute aussergewöhnlich gut erhalten: Die Altstadt mit ihrem regelmässigen Rastergrundriss, den rund sechs Kilometer langen gedeckten Laubengängen und den mächtigen Sandsteinbauten gilt als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Europas und ist seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe.
Im 15. und 16. Jahrhundert entstanden prägende Bauten wie das Berner Münster und das Rathaus, die den gotischen Charakter der Altstadt bis heute bestimmen. Die Stadtbefestigung wurde mehrfach erweitert, und der Zeitglockenturm zeugt als ehemaliges Stadttor von der sukzessiven Ausdehnung der mittelalterlichen Stadt nach Westen.
Mit der Wahl Berns zur Bundesstadt im Jahr 1848 begann eine neue Bauepoche. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden repräsentative Bundesbauten, darunter das Bundeshaus, das die historisierende Architektur des Historismus mit klassizistischen und Renaissanceelementen verbindet. Die Gründerzeit brachte zudem die Entwicklung neuer Quartiere wie das Länggass- und das Kirchenfeldquartier, die durch breite Boulevards und bürgerliche Mehrfamilienhäuser geprägt sind.
Im 20. Jahrhundert wurde Bern durch Wohnbausiedlungen, Schulhausbauten und öffentliche Infrastruktur erweitert. Verschiedene Stadtteile wie Bümpliz-Oberbottigen wurden eingemeindet und baulich integriert. Die jüngere Stadtentwicklung konzentriert sich auf die innere Verdichtung, die Aufwertung von Brach- und Industrieflächen sowie auf die sorgfältige Ergänzung des historischen Bestands.