Reinach blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück, die bis in die römische Epoche reicht. Funde aus dieser Zeit belegen, dass das Gebiet im Birstal bereits früh besiedelt war. Im Mittelalter entwickelte sich Reinach als Bauerndorf mit einer charakteristischen, kompakten Siedlungsstruktur rund um die Dorfkirche.
Im 19. Jahrhundert veränderte die Industrialisierung das Bild von Reinach grundlegend. Die Ansiedlung von Betrieben entlang der Birs sowie der Anschluss ans Eisenbahnnetz förderten das Bevölkerungswachstum und führten zu einer baulichen Verdichtung. Gründerzeitliche Wohn- und Gewerbebauten prägten in dieser Phase neue Quartiere.
Im 20. Jahrhundert erlebte Reinach eine starke Suburbanisierung als Teil des Agglomerationsraums Basel. Einfamilienhaussiedlungen und Mehrfamilienhäuser der Nachkriegszeit dehnten das Gemeindegebiet erheblich aus. Gleichzeitig entstanden Gewerbe- und Industriezonen, die das Ortsbild im Übergang zur Agglomeration kennzeichnen.
Seit den 1990er-Jahren rücken Fragen der baulichen Qualität und der Verdichtung nach innen stärker in den Vordergrund. Neuere Siedlungs- und Gewerbeprojekte orientieren sich vermehrt an zeitgenössischen städtebaulichen Grundsätzen und suchen den Dialog zwischen gewachsenen Strukturen und moderner Architektur.