Frauenfeld, die Hauptstadt des Kantons Thurgau, blickt auf eine mittelalterliche Gründungsgeschichte zurück. Der Ortskern entwickelte sich im 13. Jahrhundert rund um die Burg Frauenfeld, die dem heutigen Schloss vorausging. Die Altstadt mit ihren Lauben, Bürgerhäusern und der Stadtkirche St. Nikolaus prägt bis heute das historische Stadtbild und zeugt von der einstigen Bedeutung als Verwaltungs- und Marktort.
Im 19. Jahrhundert erlebte Frauenfeld im Zuge der Industrialisierung und des Eisenbahnbaus eine bauliche Erweiterung. Neue Wohnquartiere entstanden entlang der Bahnlinie, und repräsentative Verwaltungsbauten wurden errichtet. Historistische und spätklassizistische Bauten aus dieser Epoche sind noch vereinzelt im Stadtbild erkennbar.
Im 20. Jahrhundert wuchs Frauenfeld durch Einfamilienhausquartiere und Gewerbegebiete am Stadtrand. Die Nachkriegszeit brachte funktionale Siedlungsstrukturen und öffentliche Bauten, die das Stadtbild der Aussenquartiere prägten. Als Kantonshauptstadt wurden zudem verschiedene kantonale Verwaltungsgebäude errichtet, die den institutionellen Charakter des Zentrums unterstreichen.
Seit den 1990er-Jahren rücken Verdichtung und qualitätsvolle Innenstadtentwicklung in den Vordergrund. Sanierungen historischer Bauten sowie gezielte Neubauprojekte im Bestand prägen die jüngere Baugeschichte. Die Stadt bemüht sich, das Wachstum mit dem Erhalt der gewachsenen Stadtstruktur in Einklang zu bringen.