Winterthur blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück. Bereits in römischer Zeit bestand an dieser Stelle eine Siedlung namens Vitodurum. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt unter den Grafen von Kyburg zu einem regionalen Handelszentrum, was sich bis heute in der kompakten Altstadt mit ihren charakteristischen Lauben und Bürgerhäusern widerspiegelt.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erlebte Winterthur einen tiefgreifenden Wandel. Bedeutende Maschinenbauunternehmen siedelten sich an und prägten das Stadtbild durch grosse Fabrikareale sowie repräsentative Gründerzeitbauten. Diese Epoche hinterliess zahlreiche Wohn- und Gewerbebauten im Historismus, die in verschiedenen Quartieren noch heute sichtbar sind.
Im 20. Jahrhundert wuchs Winterthur zu einer mittelgrossen Schweizer Stadt heran. Neben Zeugnissen der klassischen Moderne entstanden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Wohnsiedlungen und öffentliche Bauten, die den gesellschaftlichen Wandel der Nachkriegszeit widerspiegeln. Museumsbauten und kulturelle Institutionen unterstreichen den Anspruch der Stadt als Kulturstandort.
In den letzten Jahrzehnten rückt die Umnutzung ehemaliger Industrieareale ins Zentrum der Stadtentwicklung. Quartiere wie Sulzer-Areal oder Lokstadt stehen für den Wandel von der Industriestadt zur urbanen Mischnutzung, bei dem Architektur und Städtebau einen hohen Stellenwert einnehmen.