Neuhausen am Rheinfall, direkt am Hochrhein gelegen, blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück. Bereits in der Römerzeit war die Region aufgrund des Rheinfalls strategisch bedeutsam, und mittelalterliche Strukturen prägten den frühen Ortskern. Die Nähe zum Rheinfall machte Neuhausen zu einem begehrten Standort für Mühlen und Hammerwerke, die die erste wirtschaftliche Entwicklung des Ortes antrieben.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erlebte Neuhausen einen markanten Wandel. Die Wasserkraft des Rheins ermöglichte die Ansiedlung von Grossbetrieben, allen voran die Aluminium-Industrie. Die Fabrikanlage der heutigen Alcan bzw. ihrer Vorgängergesellschaften prägte das Ortsbild nachhaltig und zog Arbeitersiedlungen und Wohnquartiere nach sich, die in typischer Gründerzeitarchitektur errichtet wurden.
Im 20. Jahrhundert wuchs Neuhausen flächenmässig stark, mit Wohnquartieren aus der Nachkriegszeit und den 1960er- bis 1980er-Jahren, die das heutige Siedlungsbild dominieren. Die Gemeinde entwickelte sich zunehmend als Wohnort im Einzugsgebiet von Schaffhausen, mit einer Mischung aus Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und kleineren Gewerbeflächen.
Jüngere bauliche Entwicklungen konzentrieren sich auf die Umnutzung und Verdichtung bestehender Areale sowie auf die Aufwertung des Rheinufers als öffentlichen Naherholungsraum. Der Tourismus rund um den Rheinfall hat zudem bauliche Investitionen in Infrastruktur und Gastgewerbe ausgelöst.